Systemische Therapie / Familientherapie

„Liebe lässt sich nicht einfordern. Wo
gefordert wird, geht es nicht um Liebe, sondern um Macht.
Liebe entzieht sich jeder Manipulation.“

Bert Hellinger

Die Systemische Therapie stellt neben Psychoanalyse, Verhaltenstherapie und den humanistischen Therapien eine bedeutende Therapieform dar. Sie wurde aus der Arbeit mit Familien in den 50-er Jahren in den USA entwickelt.

Diesen Vorgehensweisen liegt die Annahme zugrunde, dass die Ursachen für manche Beschwerden nicht ausschließlich in einem „inneren Konflikt“ des Patienten zu suchen sind, sondern seine Beziehungen innerhalb eines Systems eine wichtige Rolle spielen.

Aus dieser Einsicht heraus werden in Therapiegesprächen die relevanten Beziehungen angesprochen, das Verhalten in der Kommunikation mit diesen Menschen untersucht und neue und hilfreichere Verhaltensmuster erarbeitet und eingeübt. Jeder Fortschritt wird beachtet, verankert und mit Respekt und Anerkennung verstärkt.

„Veränderung ist möglich für Jeden, Hier und Jetzt“

wird als grundlegende Haltung gelebt und gelehrt.

Theoretische Grundlage heutiger Systemischer Therapie sind Kommunikationstheorie, Kybernetik, Systemtheorie und sozialer Konstruktivismus. Kerngedanke der Systemischen Therapie ist die Annahme, dass der Schlüssel zum Verständnis und zur Veränderung von Problemen weniger in der behandelten Person alleine zu finden ist, sondern vielmehr im systemischen Kontext der Familie gesucht und gefunden werden kann.

Systemische Therapie ist an Beziehungsprozessen der Person interessiert, die an der Entstehung und Aufrechterhaltung eines Problems beteiligt, und daher auch für Veränderungs- und Lösungsprozesse von Bedeutung sind. Dazu gehören nicht unbedingt nur Familienmitglieder, auch andere Personen oder institutionelle Faktoren können von Bedeutung sein. Die beteiligten Personen müssen bei einer Systemischen Therapie jedoch nicht in jedem Fall anwesend sein. In der Entwicklung von Familientherapie und systemischen Denken kam es zur Ausbildung diverser verschiedener Richtungen, wobei unsere Haltung von systemischer Therapie statt eines direktiven Experten mehr die eines Partners im Sinne eines konstruktiven, narrativen und lösungsorientierten Ansatzes ist.

Verwendet werden in der systemischen Gesprächsführung „zirkuläre“ Fragen sowie weitere Fr age- und Interventionstechniken, die gleichermaßen dazu dienen, das Problem und die Sicht darauf zu erkennen und diese zu „verstören“ und somit neue Sichtweisen und Handlungsmöglichkeiten eröffnen.

Die Systemische Therapie arbeitet neben Familien auch mit Einzelpersonen, Paaren und Organisationen. Im Gegensatz zu vielen anderen Therapien können die Sitzungen in unregelmäßigen und oft größeren Abständen stattfinden, dies richtet sich nach dem Bedarf der Klienten.

Systemische Familien- und Strukturaufstellungen

Diesen Methoden liegt eine Generationsübergreifende Sichtweise von Problementstehung zugrunde. Manche Probleme entstehen durch „Verstrickungen“ in der Herkunftsfamilie durch negative Identifikation mit bestimmten Personen. Die hieraus entstehenden inneren Bilder können lebenshemmend und krankmachend wirken. Mit Hilfe von Stellvertretern in einer Gruppe werden diese negativen Dynamiken sichtbar gemacht und ein neuer und heilsamer Platz im System kann gefunden werden. Dadurch werden positive Bindungen und Beziehungen auf dem Boden von Achtung, Respekt und Liebe wieder möglich. Erst hieraus entsteht dann die Freiheit zur Selbstbestimmung und zu verantwortlichem Handeln.

In systemischen Therapien und Aufstellungen werden oft metaphorische Techniken eingesetzt, insbesondere sogenannte Skulpturen. Dabei werden beispielsweise Familienmitglieder von einer Person derart im Raum aufgestellt, so dass die Position und Haltung der Mitglieder ein Bild ihrer familiären Beziehung ergibt. Das mittlerweile recht bekannte „Familienstellen nach Hellinger“ stellt eine spezifische Variante dieser Technik dar.

 

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